Bis die Erinnerung uns scheidet | Doku HD | ARTE
Video Overview & Insights
Im Alter von zwölf Jahren begann die Regisseurin Juliette Thomas einen Dokumentarfilm, dessen Protagonisten ihre Großeltern und deren Sohn Gilles, Juliettes Vater, waren. 20 Jahre später, als das Familiengedächtnis mit der Demenzerkrankung der Großmutter langsam erlischt, nimmt Juliette den Film wieder auf und verbindet ihn mit Super-8-Aufnahmen des Großvaters ...
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Seit kurzem hat Juliettes Großmutter Aussetzer, Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen. Die Diagnose lautet Alzheimer. Bald wird sie in eine Spezialeinrichtung müssen, aber der Großvater möchte sie so lange wie möglich selbst zu Hause pflegen. Die Trennung scheint dennoch unausweichlich.
Juliette beginnt, die letzten Momente des gemeinsamen Lebens eines Paares zu filmen, das ihre Vorstellung von Liebe geprägt hat. Ursprünglich wollte sie dokumentieren, wie ihr Großvater seine Rolle als pflegender Angehöriger empfindet, sich mit der Realität dieser Krankheit auseinandersetzen und einer fast 65 Jahre währenden Beziehung ein filmisches Denkmal setzen.
Doch im Laufe der Gespräche und der Dreharbeiten entsteht eine Parallelerzählung, die ihre idealisierte Wahrnehmung dieses Vorzeigepaars differenzierter erscheinen lässt. Daraufhin setzt sich Juliette das Ziel, die Schattenseiten ihrer Familiengeschichte zu erkunden, bevor sich die Antworten in den Mäandern der Erinnerung und der Trauer verlieren.
Ihre Großeltern sind die letzten Familienangehörigen, die sie mit ihrem Vater Gilles verbinden. Dieser starb, als Juliette 20 Jahre alt war. Nach und nach erkennt sie die Kluft zwischen ihrem verklärten Familienbild, das durch ihren kindlichen Blick und die immer gleichen Geschichten geprägt wurde, und einer weitaus vielschichtigeren Realität.
Schade, dass die ebenfalls adoptierte Tochter keine Rolle in der Doku spielte. Sie ist doch ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Geschichte.
Schon ihr Großvater hatte seine Familie seit Anfang der 1960er Jahre ununterbrochen gefilmt und einen umfangreichen Fundus geschaffen: Unzählige Super-8-Spulen und Hunderte von Fotografien dokumentieren mehr als 50 Jahre im Leben einer Familie aus der französischen Mittelschicht. Sie verleihen der einzigartigen Geschichte von Juliette einen universellen Charakter und zeigen, wie Familiennarrative entstehen.
Dokumentarfilm von Juliette Thomas Brunet (F 2024, 63 Min)
Meine Mama erkrankte mit 51 Jahren an Alzheimer. Eine fürchterliche Krankheit. Anfangs verlief die Krankheit bei ihr rasend schnell, später jedoch sehr langsam. Man könnte nun meinen, es sei geschenkte Zeit gewesen. Ehrlich gesagt, hätte ich mir für sie gewünscht, wenn sie schneller hätte gehen dürfen. Sie kämpfte am Ende 11 Jahre gegen die Krankheit. Nach nur 2 Jahren erkannte sie niemanden mehr, nach 3 Jahren verlor sie das Sprechen und kurz darauf war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Todesursache war letztendlich eine Lungenentzündung die zu Herzversagen führte. Eine der häufigsten Todesursachen bei Alzheimererkrankten.
Der leere Blick, der bei Brigitte oft zu sehen ist, hatte meine Mutter auch. Die Augen sehen leer aus, als würde das Leben fehlen. Wenn man diesen Blick täglich sehen muss, tut es irgendwann nur noch weh. Kurz darauf fingen die nächtlichen Angstattacken an, da sie nicht mehr wusste, wo sie ist und der festen Überzeugung war, sie wurde entführt. Medikamente halfen nur bedingt.
Viele Ärzte sind der Meinung, dass der Erkrankte irgendwann nicht mehr merkt, dass was nicht stimmt. Dem widerspreche ich vehement. Meine Mutter hatte immer wieder Momente, wo ihr schlagartig klar wurde, dass was nicht richtig ist -sogar gegen Ende. In solchen Momenten, die oft nur wenige Minuten dauerten, war sie praktisch in Todesangst, konnte plötzlich sogar einige Worte sprechen. Einfach nur fürchterlich.
Ich kann nur hoffen, dass die Krankheit irgendwann heilbar wird. Fortschritte in der Forschung machen zumindest Hoffnung.
#alzheimer #demenz #doku
Video verfügbar bis zum 12/06/2026
Ich kann mich so gut reinfühlen. Meine Großmutter erkrankte ebenfalls an Alzheimer und wir begleiteten sie , bis sie schließlich ging . Die Geschichte mit ihrem Sohn stimmt mich ziemlich traurig ..😢
Link zur Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/114662-000-A/bis-die-erinnerung-uns-scheidet/
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Die Tragik der Adoption geht unter, wäre eigener Film wert.
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Wieder eine wundervolle Dokumentation und Geschichte! Danke dafür 😊
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Sehr ergreifend dieser Film. Danke für diesen Einblick in das Leben Ihrer Familie.
More User Perspectives
So schöner Film. Danke! ❤️
@alexandragerhardt3459Eine sehr bewegende Dokumentation!
Dank an ARTE!
Sehr berührend🌹
@KellG-p7cWas für ein tolles Film
Dankeschön 🙏
Die Musik ist für mich unerträglich und dann noch viel zu laut.
@C.C.H.SWas für ein liebevoller und besorgter Ehemann.
Ein feiner Mensch. Brigitte hatte ein gutes Leben
Ich bin fasziniert
@CybergamerforrealWas für ein wunderschöner und zugleich tiefgründiger Film! Unglaublich berührend. Dankeschön. ❤️
@Alexandra_E_RDas ist sehr schön zu sehen, wie liebevoll sie miteinander umgehen 😊
@MonCherie-kq8dpDen rechtsradikalen Oper mit Alzheimer möchte ich aber nicht pflegen
@GearSelectorIch habe über 1100 Tage meine Mutter mit Alzheimer gepflegt. Ich erkenne sehr viel wieder und es war teilweise sehr hart. Der Ehemann hat vollkommen recht, wir müssen in ihre Welt und nicht umgekehrt. Mit Liebe ist viel möglich und nichts mit Logik oder Verstand. Wenn es nicht mehr gegangen ist, war eine kurze Pause auf dem Balkon ein guter Weg, wieder anzufangen, als wäre nichts passiert. Ein Pflegeheim wäre für mich nie in Frage gekommen. RIP Mama. Dieser Film hat mich wirklich sehr berührt
@StephanR67Kann man solchen Aktionen, wie zum Beispiel das Verstecken von Dingen, vielleicht mit Psychotherapie begegnen oder ist da wirklich nichts mehr zu machen?
@ChriZd3luXeSehr berührend. Aber warum trägt sie beim kochen mit ihrer Großmutter eine Maske? Ich kann diesen Anblick kaum ertragen, erinnert mich an eine Zeit kollektiven Glaubensgehorsams.
@robby5432Es war wunderschön Danke ❤
@nahidbaybordi900