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Filmanalyse

Filmanalyse

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Wovon PLURIBUS wirklich handelt

Video Overview & Insights

Vince Gilligan, der Showrunner von „Breaking Bad“, präsentiert auf AppleTV seine neue, aufsehenerregende Serie: „Pluribus – Glück ist ansteckend“ unternimmt den kühnen Versuch, ein völlig neues Szenario zu entwerfen: Wie könnten alle Menschen glücklich sein? Indem sie ihre Individualität gänzlich aufgeben und nur noch im Kollektiv existieren, könnten sie ewiges Glück erlangen und zugleich umweltschonend leben. Sie tun dies allerdings nicht freiwillig. Durch ein Virus verbreitet sich die Glückskollektivierung, aber 13 Personen weltweit bleiben immun. Im Mittelpunkt der Serie steht die Fantasy-Bestseller-Autorin Carol (Rhea Seehorn), die sich dem Kollektiv nicht unterwerfen will, wenngleich sie durchaus die Annehmlichkeiten, die ein widerspruchsloser Rundum-Service bietet, für sich zu nutzen weiß. „Pluribus“ ist eine hochinteressante Serie über KI, über Kommunikation und eine Zeit, in der die liberale Demokratie unhaltbar erscheint. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt in der Filmanalyse!

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— @Filmanalyse

 

Literatur:

sehr sehr guter Kommentar. Ich möchte nur anfügen, dass diese Gefahr momentan von Grün und Links kommt. Bin selbst liberaler Sozialdemokrat, aber es ist wirklich gruselig, was momentan unkritisch passiert

— @derfreietonfilm5535

Elena Esposito: Kommunikation mit unverständlichen Maschinen. Residenz.

Ingolfur Blühdorn: Unhaltbarkeit. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp.

Die aus meiner Sicht interessanteste Frage wird in der Serie erstaunlicherweise nie wirklich gestellt: Wie fühlt es sich aus der Perspektive eines einzelnen Individuums überhaupt an, Teil eines Kollektives zu sein. Bleibt dabei noch ein Rest von Individualität?

— @LeventInceisa

 

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Selbst wenn ich den Aussagen Ihrer Analyse beipflichten würde, bliebe die Serie weiterhin kein hochkomplexes oder intellektuell über alle Maßen anspruchsvolles Kunstwerk. Und so bleibt die wichtigste Frage an die Serie unbeantwortet, nämlich weshalb sie das intellektuelle Material für eine Folge der Twilight Zone oder bestenfalls einen Zweistundenfilm auf fast 10 Stunden auswalzt. Nein, Pluribus ist ein weiterer Fall von "Style over substance", was sich leider spätestens zu Beginn der zweiten Folge andeutet, wenn acht Minuten lang - und zugegeben visuell eindrucksvoll inszeniert - Zosias Reise um die Welt präsentiert wird.

— @stahlgott

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Apple-Podcast:

Das Wir wäre ein wunderbarer Bandname

— @MarcTimoMülich

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Herzlichen Dank 💫🫶💫

— @MrNewCreation

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Viel zu wenig über Manusos geredet!
Über diese Prinzipientreue, das konservative festhalten, die Vor- und Nachteile davon. Die Aggresivtät und Wut in ihm.
Sehr spannende Figur! Bin gespannt, wie es weitegeht. War auf jeden Fall eine Wohltat Pluribus zu sehen!

— @MrJuliusHibert

More User Perspectives

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Hegel, These-Antithese: Synthese, ein Dritter neuer Zustand, den wir noch nicht kennen

@nettiecat
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Danke.

@McVlogg
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Ich kenne die Serie nicht. Gehe ich aber nach deiner Beschreibung, ist dieses Kollektiv, das sich da entwickelt hat, quasi die Quintessens von Demokratie. Das Kollektiv vereint doch alle individuellen Ansichten, Meinungen und Lebensentwürfe in durch die radikalste aller denkbaren Kompromissformen, zu einer Gesamtheit. Das Kollektiv ist die Summer seiner Individuen. Mehrheitsmeinungen werden umgehend sozusagen zur DNA des Kollektivs. Es gibt ja keine Herrscher, oder Eliten, die das kollektive Denken und Handeln lenken.
Ich persönlich möchte nicht so leben, aber es wäre die demokratischste und direkteste Demokratie, die ich mir überhaupt vorstellen kann. Der Preis ist der Verlust der Individualität und jeder Privatsphäre.

@PommiNoebeam
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Mir mag nicht einleuchten, wie das Streben nach Individualität ihren Wert behalten will, wenn es überhaupt gar kein Bedürfnis nach Individualität mehr gibt. Oder wie der Zustand des vollkommenen Glücks nicht erstrebenswert sei, weil in ihm "der Motor für Veränderung, Bewegung, Kreativität, Schöpfung" (Besprechung Philo-Mag) verloren ginge. Wozu braucht es diesen Motor, der ja offenbar dazu dient, Bedürfnisse zu befriedigen, wenn diese Bedürfnisse alle erlöschen? Entweder ich kaufe die Prämisse, dass sich das Kollektiv in einem Zustand des vollkommenen Glücks, also der Bedürfnislosigkeit (Schopenhauer: Glück ist ein Zustand ohne Verlangen) befindet oder eben nicht. Beides gleichzeitig geht nicht.
Ich sehe im Kollektiv tatsächlich den Kommunismus im Endstadium verwirklicht, und zwar in seiner absoluten und reinsten Form: Eine Gesellschaft ohne Klassen, ohne Geld, ohne Konkurrenz, ohne Privateigentum (gar ohne individuelles Eigentum), die nur für ihre (körperlichen) Bedürfnisse produzieren muss, wobei die Menschen die Art der Arbeit beliebig wechseln können, weil jeder über dieselben (geistigen) Fähigkeiten verfügt, ohne Identitäten, ohne Grenzen, ohne Nationalstaaten, ohne jede Herrschaft, ohne jede Hierarchie (selbst Kompetenzhierarchien sind hinfällig, weil alle über dieselben geistigen Fähigkeiten verfügen), ohne Diskriminierungen nach Aussehen oder Fähigkeiten, ohne Gewalt gegen Tiere - kurz: eine utopische Gesellschaft, die alles Schlechte aus dem Menschen herausstreicht.
Der Einwand, dass das ja eher eine Dystopie wäre, weil dabei "das Menschliche"/"die Individualität"/"die Freiheit" flöten ginge, muss den oben genannten logischen Fehlschluss auflösen, nämlich wie Individualität ohne Bedürfnis nach Individualität ihren Wert behalten soll, oder eben analog der Wert des "Menschlichen" (also sowas wie Fehlbarkeit, Ecken und Kanten usw.) ohne ein Bedürfnis nach Menschlichkeit, der Wert der Freiheit ohne ein Bedürfnis nach Freiheit usw. usf.

Sollte sich die Vermutung bewahrheiten, dass der Showrunner Vince Gilligan die Serie als ein antikommunistisches Manifest und ein Plädoyer für die Freiheit verstanden wissen will, wird man damit rechnen müssen, dass das Kollektiv in der weiteren Erzählung eine deutlich negative Schlagseite erhalten wird. Insofern wünschte ich mir, die Welt würde Staffel 2 und fortfolgende nie zu Gesicht bekommen.

@mullerskuh214
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Ich vermisse die Perspektive des Hive-Minds überhaupt nicht. Die eine Szene mit dem peruanischen Mädchen und ihrer Ziege ist genug, dass ich es gar nicht wissen will. Horror ist manchmal umso schlimmer, wenn man ihn nicht zeigt, sondern in unseren Gedanken rumgeistert - siehe "Jaws".

@TanyaUrrutia
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Schöne Analyse. Ich hätte aber erwartet, dass Wolfgang ein bisschen auf die freud'sche Theorie zur Kultur zu sprechen kommt. Demnach wird Kultur bzw. ihre Notwendigkeit gerade in der Unterdrückung der Triebe, insbesondere Wut, Aggression, Gewalt gesehen. Kultur versucht, Eros (Bindung, Liebe, Sexualität, Gemeinschaft) zu stärken und den Todestrieb (Aggression, Zerstörung, Hass, Gewalt) auf Kosten der individuellen Bedürfnisse zu bändigen. Carol könnte man in dieser Lesart als radikale Stellvertreterin der Aggression sehen. Zunächst durch ihre Missachtung zwischenmenschlicher Höflichkeitsregeln und ihren Zynismus, dann durch gelegentlich übertriebenen Wutausbrüche, am Ende durch die Atombombe. Der Schwarm ist dagegen Vertreter einer Kultur, in der es nur noch 'good vibes' gibt. Alle sind lieb, alles ist in Zuckerwatte gepackt. Wer seinen Trieben zu viel freien Raum lässt, wie Carol, riskiert, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Das Konzept des Über-Ichs wiederum findet sich im Schwarm in extremster Form. Der Unterschied zum freud'schen Modell ist lediglich, dass dieses extreme Über-Ich kein Unbehagen, sondern zumindest scheinbar Glück hervorbringt. Selbst wenn man andere Menschen isst. Allerdings ist die Selbstvernichtung durch Aufgabe jeglicher Aggression ebenso eingepreist. Da ist vermutlich eine schlaue Analyse zu finden, aber leider bin ich nicht schlau genug sie auch zu formulieren.

@aequitas9563
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allein das intro is schon ein geiles puuzle

@titfortatpeterpan
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Guten Abend.
ich habe eine Frage die etwas off-topic ist.
Ist es Absicht das eine Kamera verwendet wird von ihnen die unscharf ist? Da die Zwischensequenzen mit Text extrem scharf sind.

Zu KI und Cookies gibt es Add-ons die solche Überwachung verhindert, da man Automatisierung am besten mit automatisierter Verteidigung begegnet. wie UBlock und
"I still don't care about cookies" solange man Firefox verwendet was ich über Linux empfehlen würde. Es funktioniert aber auch über windows. Wer es sich etwas einfach machen möchte kann gerne auch den Brave Browser verwenden, da dieser Browser einiges an Schutz schon integriert hat und recht schmal ist was die Nutzung von Systemrecourcen angeht.

@Doc_Simon
@

Die erste Folge war leider so langweilig

@julz6077
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Na ich finde, das ist die bessere Kritik:

What Is Pluribus ACTUALLY About?

Vom Kanal The Art Of Storytelling



Aber ansonsten witzig das sich Wolfgang hier noch über die unnötig langwierigen Serien beschwert:

Das Serien-Problem: FALLOUT, RENTIERBABY, RIPLEY, SUCCESSION



Wobei Fallout halt leider wirklich näher an dem heutigen Kapitalismus / Gesellschaft dran ist.

Milliardäre und bald Billionäre die nichts mehr erreichen können und innerlich leer sind und persönliche (eitlen) Projekte verfolgen. Keiner ist eigentlich an der Gesellschaft und dem Rest der Menschheit interessiert.

@Snorre12341234
@

24:20 Ist die Wir-Perspektive medientheoretisch nicht schlicht unmöglich? (siehe Marshall McLuhan). Film als Medium ist doch durch das Kameraobjektiv per se ein Individualisierungs-Apparat.Es gibt immer nur einen POV, einen Rahmen. Ein echtes diffuses „Wir“ lässt sich filmisch nicht wirklich darstellen, ohne es wieder in ein „Ich“ zu pressen..
Beispiel: Die Borg - die brauchten am Ende ja eine Königin, um greifbar zu sein.. und selbst Eisenstein musste für seinen „Massenhelden“ am Ende doch einzelne Gesichter in CLOSE-UPs zeigen, damit wir „etwas“ fühlen.

Daher wäre mein Punkt der, dass die Serie und ihr Hauptthema wohlmöglich nicht am Drehbuch scheitert, sondern an der Grammatik des Films selbst.

Ggfs ja ein 2-Stunden-Deep-Dive Wert, also wie man Kollektivität überhaupt ästhetisch darstellen kann, ohne bei Leni Riefenstahl zu landen oder beim Split-Screen Kopfschmerzen zu kriegen :)
Anyway - dass ich jetzt das Abo abschließe, ist wohl der letzte Beweis meiner eigenen konsumistischen Unterwerfung :)

@AminOussar
@

Beim Zuschauen fühlte ich mich auch an Stephen Kings „Misery“ erinnert: Carol ist ja genau wie Paul Sheldon eine Autorin, die mit einer Schundserie großen Erfolg hat. Genau wie Paul hat auch Carol einen „literarischen Roman“ geschrieben, der gar nichts mit ihrer Serie zu tun hat. Das Wir-Kollektiv ist eine Annie Wilkes auf Prozac, die sich in „Pluribus“ aber genauso grenzverletzend verhält - wenn nicht noch schlimmer.

Für mich ist Pluribus deshalb keine Serie über Digitalisierung, sondern über Narrative. Das Kollektiv liebt angeblich „Raban“ (Carols Buchreihe) und sie verachtet es gleichzeitig genauso wie ihre meist weiblichen Leserinnen.

Das Kollektiv ist für mich eine Metapher für große Teile unserer westlichen Gesellschaft - wenn gewisse Narrative angenommen und vertreten werden, ist das die Eintrittskarte in die rosarote Ponyhofwelt und alle haben sich lieb. Diese „Liebe“ ist es dann auch, von der das „Wir“ andauernd spricht: Affirmation, nichts sonst.

Die beeindruckendste Szene war für mich die freiwillige Konvertierung in Peru. Die junge Frau öffnet das Gehege, in dem sie vorher das Zicklein gestreichelt hatte. Dasselbe läuft fröhlich meckernd hinterher, doch die Konvertierte sieht es nicht einmal.

Nein, ich bin fest überzeugt: Pluribus Staffel 2 wird uns noch etwas anderes zeigen, was in Staffel 1 nur zwischen den Zeilen stand.

@HenschsFiktionen
@

Ich finde es gibt ein Schlüsselerlebnis (Achtung Spoilern) die Frage: Wir waren wie du und wissen wie es ist, woher weißt du wie es ist wir zu sein? Natürlich denken wir alle das dass Individuum wichtig ist und über alles steht aber die Frage war entscheidet? Ich finde diese Serie gibt sehr viel zu denken…Die Frage: Wie sieht das Kollektiv aus und wie fühlt es sich an? Das Thema gibt es seid den Borg aus Star Trek.. die Frage aber sollte sein wie stellen wir uns das vor? Das kann für jeden anders sein. Nach dem Motto nach dem Tod habe ich meine Frau/Mann wiedergesehen und es war die Hölle/Himmel. Jeder definiert es anders. Die Serie stellt sehr viele philosophische fragen und macht mir Spaß.

@Manu-rv6ki
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Ei ei ei, das ist nach "Severance" und "Adolescence" aber nun schon mindestens die dritte Serie, die bei Mister "warum ich keine Serien mag" einigermaßen Anklang findet. Da wird sich jemand aber untreu. 😉 Aber gut so, denn auch die "Film"analyse darf sich weiterentwickeln.

Vorweg noch ein Einschub zur Technik, der mich persönlich frustet und mir bei dieser Serie mit ihren vielen Schwenks und Kamerafahrten ganz besonders negativ auffiel:

Das EHLENDIGE 24 Bilder / Sekunde - Gezuckel. Ja, der vermeintlich tolle "Filmlook". Auf die Gefahr, diesbezüglich in ein Hornissennest der Kontroverse zu stoßen: Es ist mir unbegreiflich, warum man bis heute an dieser nun mehr als hundert Jahre alten Darreichungsform voller zeitlichem Aliasing (armselige 12 Bewegungsphasen / Sekunde nach Nyquist-Shannon) und Motion Blur festhält, noch dazu bei Produktionen, die sonst in allen anderen Punkten sehr modern daherkommen. Ganz besonders schmerzlich bei "Adolescence", durchweg hochrealistisch und dann dreht man dieses fantastische Werk mit One-Shot-Technik wieder nur in diesen miesen 24p - grausam. Wie selten zuvor hatte ich bei "Pluribus" das Verlangen, die Zwischenbildberechnung, die prinzipbedingt eigene Fehler produziert, zu aktivieren. Die vielen Kameraschwenks stottern wie im Dokumentarfilm der Vorkriegszeit, dass es eine Zumutung ist. Mit Interpolation bekommt man dann eine Ahnung davon, wie gut das alles aussehen könnte, wenn man endlich mal von dieser Nostalgie an falscher Stelle wegkäme, denn das, was gerne als "Soap Effect" gebrandmarkt wird, ist freilich reine Ungewohntheit. Und ja, "Gemini Man" und "Billy Lynn", die es auf UHD BD in immerhin 60p geschafft haben, sehen seltsam aus, sind aber leider auch insgesamt seltsame Filme - HFR allein produziert sicher keine komischen Inhalte und merkwürdige Kameraarbeiten. Insofern leider eher ein Bärendienst beider Filme.


Die gute Beurteilung von "Pluribus" kommt wohl auch nicht von ungefähr, denn wie schon "Severance" ist das Konzept ziemlich ungewöhnlich und was hier am Anfang zunächst ein wenig wie eine weitere Staffel von "The Walking Dead" wirkt, geht schnell in eine ganz andere Richtung.

Da genau dieses Phänomen im damaligen Video "warum ich keine Serien mag" Teil der berechtigten Kritik war, ist jedoch unverständlich, warum genau dieses Manko auch im Falle von "Pluribus" hier überhaupt nicht erwähnt wurde - das in einigen Kommentaren schon genannte unglaubliche Auswalzen banalster Vorgänge. Ob wiederaufzufüllende Supermärkte, die x-te Bandansage vor Bestellaufgabe, fachgerechte Müllentsorgung, das Treffen mit Madousos - all das ist ewig in die Länge gezogen und insbesondere irgendwo bei Episode 4 und 5 fragte ich mich, ob da eigentlich noch irgendwas passiert und was die "anderen" bislang Uninfizierten eigentlich so den ganzen Tag lang machen (letztlich: Videos aufnehmen, Orgien feiern, mit Ziegen schmusen, Radio hören ... iiija!).

Ebenfalls serientypisch und wohl ein aus dramaturgischen Gründen oft gewähltes Mittel ist ja die von etwaigen Sprachbarrieren unabhängige grottige Kommunikation der Protagonisten. So erklärt Manousos Carol natürlich zuvor mit keinem Wort, dass er seine per Tuner langwierig ermittelte Trägerfrequenz testen will, was auch immer diese genau tun soll. Nein, man schnappt sich lieber kommentarlos ein Exemplar der "wir", auf dass Carol ihn unnötig martialisch plötzlich mit einer Schrotflinte bewaffnet, die sie für die Wölfe auch schon hätte verwenden können, daran hindert. Das sind so Momente, in denen man sich selig an "Lost" erinnert fühlt, eine Serie, die trotz ihrer Großartigkeit genau daran krankt (Stichwort: the french woman in the woods, die man natürlich auch nicht einmal konkret zu den Vorgängen befragt).

Das Folgende mag nun vermutlich die wenigsten stören, doch ich finde das furchtbar nervig und infantil: In der Badewannenszene mit Mr. Diabaté, in der beim Ausstieg der Badeschaum auf seinen Damen rein zufällig bitte genau so sitzt, damit man ja "nichts sieht", ist so irrsinnig bescheuert, dass man sich eine eigene Analyse dazu wünscht, wie es in Amerika, mithin nicht gerade der übersensiblen Hochkultur verdächtig, eigentlich je zu dieser albernen Prüderie kam. Meine Güte, man könnte in Momenten nackter Menschen glatt (no pun intended) nackte Menschen sehen, ein schier unfassbarer, dem gemeinen Publikum, das sich sonst tagtäglich durch Mord und Totschlag unterhalten lässt, kaum zumutbarer Vorgang. 🙄


Kurzum: eine gute erste Staffel einer vermutlich wieder mal lange weiterlaufenden Serie, die mit geringerer Episodenzahl, dafür umso höherer Framerate und gestraffter Handlung nochmal besser gewesen wäre.

@little-endian5957
@

Intelligente und unterhaltsame Analyse unseres gegepflegten Salon-Kommunisten. Das war mal wirklich gut.

@GrieseGegend
@

Vielen Dank für die anregende Filmanalyse. Zufällig lese ich gerade diese Passage im Urlaubskrimi (Commissario-Montalbano-Reihe) von Andrea Camilleri "Die Botschaft der verborgenen Bilder", Seite 197. Diese finde ich sehr treffend bezüglich der in der Serie thematisierten Schwarmintelligenz des kollektiven Unbewussten vs. risikoreiche, grenzlastige Individualreise von Manousos zur Rettung der Welt. Die Reise durch die schönsten Landschaften empfand ich als symbolisch für den Sinn des Lebens im Analogen.

Hier der Text aus dem Buch:

"... Wie hatte sich seither das Gehirn der Kinder entwickelt?

Sie waren in der Lage, Reize und Anregungen in Form von Musik und Bildern, Wörtern, Geräuschen, Symbolen und Klängen aus tausend verschiedenen Quellen gleichzeitig aufzunehmen. All das schienen sie mit einer Leichtigkeit zu erfassen, die zwar nur die Oberfläche berührte, aber eine die ganze Welt umspannende, globale Oberfläche.

Dem Commissario hatte man beigebracht, in die Tiefe zu gehen, er hatte gelernt, auf dem offenen Meer zu navigieren.

Das war kein Werturteil, sondern eine schlichte Feststellung. Er stellte sich vor, dass in hundert Jahren junge Menschen womöglich tüchtiger waren als die seiner Generation ..."

@EvLoopinger
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Diese Serie zeigt was wirklich irgendwann mal passiert. Es wird einen Virus geben der die Menschheit nicht glücklich Macht sondern das Gegenteil. Naja! Ihr werdet schon sehen.

@1980s-Retro-Alien
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Leider kann ich diese Serie nicht schauen, oder eher, nicht weil ich grundsätzlich keine Bezahl Sender abonniere.

@stefanschnell339
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Ich finde die Analyse spannender als die Serie selbst.

@ingoheise4532
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Kritik:
-die Serie hat sehr viel Leerlauf. Szenen ziehen sich künstlich in die Länge, um natürlich auch den Prozess als diesen darzustellen, ändert trotzdem aber nichts. Die Tatsache, dass sie in die Länge sich ziehen.
-doch man kann diese serie auch gut gucken auf dem Smartphone. Z.b. im Bett, im Bad oder beim Sport
- die Charaktere wirken oft überzeichnet. Keine kann sich so verhalten wie zum Beispiel Carol in den Folgen. Es wirkt ambivalent. Vielleicht ist es so etwas wie ein eine Psycho oder Trauma, das sie so wirken lässt, aber es lässt sich nicht so richtig erklären außer weil es gerade die Botschaft der Handlung stärken soll
- auch das Kollektiv ist widersprüchlich. Es will weder Mensch noch Tier noch Pflanze verletzen und doch zwingt es unfreiwillig die Menschen zum Kollektiv

@MCyganik
@

Geht es nur mir so oder flüsterte euch auch beim Gucken die ganze Zeit so ein leises „Boomer-Cringe“ im Hinterkopf?

Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass hier eine Angst vor Wokeness klug verpackt wird: Vereinigung = Gefahr, Kollektiv = Fragilität, Veränderung = Weltuntergang. One-Love wird fast wie eine individualitäts-schreddernde Ideologie erzählt, als würde schon ein kleiner Schlag gegen die „Liebe“ reichen und alles bricht zusammen, weil niemand mehr etwas aushält, man kann ja gar nichts mehr sagen und alle zittern…

Besonders problematisch fand ich, dass Carol am Ende als die Figur bestätigt wird, die sich weigert, sich zu verändern. Und nicht ambivalent oder so, sondern moralisch im Recht. Veränderung wird buchstäblich als Apokalypse gelabelt. Das ist erzählerisch eine extrem konservative Setzung.

Für mich kippt das ins Ideologische: Verbindung wird mit Entdifferenzierung verwechselt, Empathie mit Schwäche, kollektive Zukunft mit geistigem Tod. Das erinnert an klassischen amerikanischen Anti-Kollektivismus (man könnte auch sagen: kalten Anti-Kommunismus), nur ästhetisch sehr hochwertig erzählt.

Auch Rhea Seehorn hat mich hier – bei aller Wertschätzung für ihre Arbeit in Better Call Saul – nicht überzeugt. Ihr Spiel wirkte auf mich erstaunlich statisch, immer im gleichen Register. Vielleicht weniger ein Schauspiel- als ein Dramaturgieproblem: Carol darf sich schlicht nicht verändern, sie ist eher Position als Figur.

Handwerklich stark, atmosphärisch souverän – aber inhaltlich erstaunlich ängstlich gegenüber jeder Form von echter Transformation. Ging das noch jemandem so?

@carloneviowilfart9810
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☀️👯‍♂️☀️👯☀️

@Weltenkinder
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Ich finde der einzige schwachpunkt der serie ist das die soylent green thematik so schnell akzeptiert wird

@JohnnyMo1984
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Ja vielen Dank „Herr von FilmAnalysen“. Es lässt sich so viel über diese Serie nachsinnen. Mir fehlte der Aspekt, dass dieser Zustand der „Mitspieler“ ja etwas paradiesisches hat. Man könnte also sagen, dass »Gott« vom Himmel kam und die Menschen ins Paradies führte. Einesteils also eine mögliche Darstellung dessen was viele Menschen glauben nach dem Tod kommen wird, und als Trost genommen wird 😬. Alles andere, ein Leben nach dem Tod in dem man wieder schaffen gehen muss, zu Ämtern, anderen täglichen Bedrohungen ausgesetzt ist, wäre ja so wie im hier und jetzt. Vince, lass ich, hatte die Idee bereits vor über 10 Jahren, und daher nicht direkt die KI im Sinn, obwohl auch die wirklich wiedererkennbar ist

@thejotthaa
@

"NACH EINEM LABORUNFALL".... WTF????????

@robertbendiek6344
@

Wie soll denn die Perspektive des Hiveminds gezeigt werden? Wie erklärst du einer Hautzelle, wie es ist, Mensch zu sein?

@xhelloselm
@

Tolle Analyse. Hilft mir bei der Ordnung vieler Gedanken, die ich auch lange nach dem Sehen der letzten Folge noch habe. Jetzt fällt mir aber noch ein Aspekt ein, der noch nicht so recht auf den Vergleich "LLM/KI" passen will: Was ist mit der Knappheit von Nahrungsmitteln und der damit unausweichlichen zukünftigen Hungersnot? Das Kollektiv nimmt die deutliche Reduzierung der Weltbevölkerung in Kauf, weil es nicht ernten und schlachten kann. Diese und noch andere ungeklärten Fragen zu den Absichten des Kollektivs bieten noch genügend Fragen und Stoff für Sci-Fi/Horror Szenarien. Bin gespannt..

@bleistein47
@

Trotz aller positiven Punkte, die ich durchaus anerkenne, hatte die Serie für mich eklatante Längen. Das alles hätte man kurzweiliger in 2-3 Stunden abfeiern können. Ich muss nicht sehen wie Carol ewig durch Lagerhallen läuft oder der andere Kerl im Dschungel wandert. Ja, vielleicht will die Serie bewusst entschleunigen... oder einfach 9 Folgen füllen. Ich weiß es nicht.

@_MarcFreund
@

Kanal "Serienanalyse", wann?

@jerryfletcher
@

Wir sind "Unsere Demokratie". (BRD-Politiker ab 2022)

@matthiashockmann
@

Jedes Kollektiv bedeutet Unmündigkeit. Habe Mut selbst zu denken (Kant)
In der Praxis gibt es kein funktionierendes Kollektiv, wo alle gleich sind.
Es gibt immer welche die noch gleicher sind als andere. Es ist nicht machbar.

@Handelsbilanzdefizit
@

Vieles ist gut an der Serie, aber dass der Hauptcharakter so viele Schimpfwörter benutzt und alles um sich herum beleidigt finde ich unerträglich.

@marcel1463
@

Die "Winds of Wycaro"-Bücher sollen Schundromane sein? Frechigkeit 😡

@FancyReviews
@

habe mich immer gefragt, warum Wolfang mir so bekannt vorkommt, bis es mir einfiel: er ist einfach der Doppelgänger von Caledon Hockley (Billy Zane) aus Titanic.

@mkg4588
@

Du hast was ganz wichtiges vergessen… das Virus ist nicht menschlich. Das Kollektiv ist somit auch nicht menschlich

@alexe.9885
@

Die Serie handelt in Wirklichkeit quasi davon, wie die Ungeimpften jetzt mit der geimpften Zombiewelt klarkommen müssen🤗
Die Nanotechnologie im Impfstoff wird über Quantencomputer und 5G von der KI angesteuert, so daß alle Betroffenen ihre Individualität aufgeben und zu einem fremdgesteuerten Kollektiv werden.
Wir merken doch alle, daß seit 5 - 6 Jahren die Welt eine andere ist😮‍💨... das hat Pluribus aufgegriffen

@harrybrown7680
@

Eine tolle Besprechung und Analyse. Aber ein wichtiger Punkt stimmt leider nicht. Das Virus kommt nicht aus einem Labor sondern ist ein außerirdisches biologisches Virus aus dem All.

@andrenaumann8158
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Wenn man Langeweile darstellen will, darf sich aber der Zuschauer nicht langweilen. Die Story nicht fortzusetzen nur um dann auf einen Cliffhanger zu enden, ist kein gutes Pacing.

@michelzobel7176
@

Sorry, aber ich kann mit dieser Analyse nicht viel anfangen und sie geht meiner Meinung nach auch in eine falsche Richtung, weil wichtige Aspekte der Serie einfach weggelassen werden, während andere völlig überinterpretiert werden.
Zunächst einmal stimme ich überein, das "Pluribus" eine fantastische Serie ist die sich wohltuend von der Massenware abhebt. Ist bei Vince Gilligan auch nicht anders zu erwarten.
Nun zu meiner Kritik an der Analyse:
Es wird einfach unterschlagen, das Wissenschaftler in der ersten Folge ein merkwürdiges außerirdisches Signal empfangen, das sich als Blaupause für einen RNA Code erweist. Das Signal kommt anscheinend von einem mysteriösen Exo-Planeten namens Kepler‑22b, der 600 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Forscher synthetisieren die RNA, testen sie an Ratten, dabei kommt es dann zu dem erwähnten Laborunfall. Haben also Aliens ihre Finger im Spiel?
Ist das Kollektiv wirklich glücklich und voller Liebe? Oder ist es alles nur Schein und Unterdrückung? Eine Immune namens Kusimayu z.B. kümmert sich liebevoll um eine kleine Ziege. Später tritt sie freiwillig dem Kollektiv bei und lässt daraufhin die flehentlich meckernde Ziege achtlos zurück. Bedeutungslos? Wohl kaum.
Was ist mit Manousos, dem Immunen aus Paraguay. Er scheint ein Sonderfall zu sein, weil das Kollektiv ihn erst später als Immunen identifiziert und er sich extrem ablehnend gegen das Kollektiv verhält. Warum durchsucht er penibel Radiofrequenzen? Weiß er mehr?
Leider wird "Pluribus" vermutlich erst 2027/28 fortgesetzt, so lange müssen wir auf Antworten warten. Aber ein einfaches Gedankenexperiment Individualität vs glückliche Gemeinschaft, wie in dieser Analyse suggeriert ist Pluribus ganz sicher nicht.

@Proletarier13
@

Lemme guess irgendwas mit Enteignung

@D3rT3st
@

Die Serie wirft psychologiische wie auch ethisch-philosophische Fragen auf.
Vince Gilligan beweist einmal mehr seinen Blick für Details ... und dass er weiß was we tut.
👍👍

@Brallallalla
@

Tolle Analyse👌🏻Kompliment!

@Babe64124
@

1) TV (auch TV-Serien) ist in der Regel bebildertes Radio - statt "Show dont tell" endloses und übelstenfalls: redundantes Gequatsche. Gilligans jüngere Arbeiten Breaking Bad, Better Call Saul und Pluribus sind hier die löblichen Ausnahmen.
2) Das Pluribus-Kollektiv ist wie das Star Trek-Borg-Kollektiv - aber in freundlich.

@andreasadler7279